Düsseldorf (RP). Beim Wissensmanagement sehen viele deutsche Unternehmen Nachholbedarf, ergab eine Fraunhofer-Umfrage. Nur eine Minderheit der Firmen glaubt, das bei ihnen vorhandene Wissen werde gut genutzt.
Mit ihrem Know-How stehen die deutschen Firmen weltweit in der Spitzengruppe. Innovation und exzellentes Spezialwissen gleichen oft zumindest teilweise das Manko hoher Lohnkosten aus. Doch wie steht es mit dem Wissen vom Wissen? Wie managen die Unternehmen ihr Know-How? Noch viel zu rudimentär, sagt die Fraunhofer-Wissensmanagement-Community. Die Experten haben 540 Unternehmen befragt.
Demnach hält zwar die große Mehrheit den systematischen Umgang mit ihrem Wissen für wichtig. Rund 80 Prozent der befragten Unternehmer sehen etwa hohen oder sehr hohen Handlungsbedarf bei der Sicherung von Erfahrungswissen - also dem Know-How, das altgediente Mitarbeiter erworben haben, das aber nirgends schwarz auf weiß niedergelegt ist. Als besonders wichtige Bereiche gelten Forschung und Entwicklung, Unternehmensplanung und Marketing jeweils mit Werten zwischen 89 und 97 Prozent. Weniger dringend scheint das Management des eigenen Know-How dagegen im Controlling (66 Prozent) und im Personalwesen (64).
Die Experten schätzen, dass die Hälfte des Wissens in Unternehmen ungenutzt bleibt. Die deutschen Firmen sind dabei durchaus selbstkritisch: Nur 24 Prozent meinen, in ihrem Unternehmen werde das vorhandene Wissen gut oder sehr gut genutzt - die Bedeutsamkeit des Themas ist klar, aber die Umsetzung steckt offenbar in allen Branchen noch in den Kinderschuhen. Am positivsten wird die Lage noch auf der Geschäftsführungsebene beurteilt - die Mitarbeiter und mittleren Manager sind deutlich kritischer. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen plant aber immerhin, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, um ihr Know-How zu bewahren und weiterzugeben.